2012/05/09

"I tried to drown my Sorrows, but these Bastards learned how to swim."

"Hey", hauche ich ins Telefon, ziehe meine Beine an und lehne erschöpft meinen Kopf an die Wand. Ich sitze auf meinem Bett und bin bereit für den Weltuntergang. "Hi?", kommt es zögerlich aus dem Lautsprecher. "Wie gehts?". Stille. "Ganz gut soweit. Was willst du?". Am anderen Ende der Leitung sitzt ein verunsicherter Typ in seinem Zimmer herum, mit dem ich nie irgendwas zu tun habe. Er war damals in meiner Grundschulklasse und als wir uns vor einem Jahr zufällig über den Weg gelaufen waren, hatten wir unsere Nummern ausgetauscht. Einfach so. Für Notfälle, oder aber auch ganz ohne Grund. Vielleicht, weil man das einfach so von uns erwartete? "Also, was ist?", wiederholt er sich und ich höre wie er auf seine Tastatur einhämmert. "Nichts besonderes", antworte ich und zucke unnötiger Weise mit den Schultern, obwohl es niemanden gibt, der diese Geste sehen könnte. "Warum rufst du dann an?". Ich lasse mich seitlich auf mein Bett fallen, drücke mein Gesicht in eines der vielen Kissen und murmle' überraschend verständlich: "Ich wollte nur mal das Gefühl haben, dass die Einsamkeit mich nicht ganz zerfressen hat. Und vorallem wollte ich klarstellen, dass ich nicht alleine bin. Auch, wenn wir uns gegenseitig relativ egal sind, tut es gut zu wissen, dass du überhaupt ans Telefon gegangen bist. Ich hab vielleicht niemanden mehr, aber ich existiere noch. Fühlt sich normal an, und normal ist gut". Ich erwarte, dass er augenblicklich auflegt, jedoch hört er mir stumm zu und antwortet dann: "Du tust mir leid".

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